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Kambodscha - mehr als Angkor Wat

July 26, 2016

 

 

 

Kamodscha schön und schrecklich zugleich. Angekommen in Phnom Pengh erwartet uns direkt ein Chaos am Flughafen, das Tuk-Tuk kommt nicht aus dem Gelände und wir müssen in ein anderes umsteigen. Was für eine Stadt. Wir sind hin- und hergerissen von diesen Eindrücken auf dem Weg zum Hotel. Aus dem eher beschaulichen Vientiane kommend ist das hier eine Welle an Lärm und Schmutz. Wir sind froh, als wir auf unserem Zimmer sind. Das Hotel ist eine gute Wahl mit tollem Pool auf dem Dach. Mal sehen, was uns erwartet. 


Wir checken am Abend erst noch einmal ein wenig die Stadt, in welche Richtung geht es zum Fluss? Wo ungefähr liegt das Hotel? gibt es Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe. Dann gehen wir ins Bett um am nächsten Morgen durchzustarten. Ziel: der Phnom Chiso. 

Aufstieg zum Phnom Chiso. Mehr als 400 Stufen lang ist der Weg zum Tempel von Phnom Chiso. Phnom bedeutet Berg, in dem Fall sind es nur 130 Meter, die allerdings erstiegen werden müssen. Die Stufen sind unterschiedlich lang und hoch, viele außerdem nicht mehr intakt.
Konzentriert erklimmen wird den Hügel immer das Ziel vor Augen. Die Hitze tut ihr übriges. Nach ca. 200 Stufen Treffen wir auf zwei Frauen, die Getränke und Snacks verkaufen. Sie lachen unverhohlen, als sie uns beide keuchend und schwitzend raufschleppen sehen. Erst mal verschnaufen bevor es weiter geht. Mitleidig geben sie uns Eiswasser zum abkühlen. "It is hard" lacht die jüngere.
Die ältere schätze ich auf ungefähr 80 Jahre. Sie kaut zahnlos auf Chips herum. Die Beiden legen diesen Weg vermutlich mindestens einmal täglich zurück. Auf einmal komm ich mir doch sehr unsportlich vor. Sie wünschen uns einen guten Aufstieg und lachen wieder, als wir später den Abstieg in Angriff nehmen.

Nach dem anstrengenden Aufstieg und der jeweils 2-ständigen Hin- und Rückfahrt, sind wir völlig eingestaubt. Kein Wunder im Tuk-Tuk sind wir dem Straßenstaub ausgesetzt.  Jetzt brauche ich erst einmal ein (3) Bier und was zu essen. Wir finden einen Platz direkt am Mekong. Das Essen ist gut und günstig, ebenso das Bier. So muss sich das Paradies anfühlen, jedenfalls in diesem Moment. Danach geht's wieder. Der Blick auf den Fluss ist fantastisch. Wir haben jetzt aber auch genug von Phnom Penh und beschießen nach Kratie zu reisen, Dort gibt es die Mekong-Delfine, die wir gern sehen und fotografieren möchten.

 

Kratie und die Mekong Delfine

 

Kratie soll ca. 6 Stunden von Phnom Penh entfernt legen. Wir nehmen denn Bus. Vorbei an vielen Dörfern, wo einfach alles angeboten wird. Müll am Wegrand, Hühner und Hunde, die erschrocken zur Seite springen, weil der sich der Bus hupend seinen Weg bahnt. Wir fahren durch Kampot, wo der berühmte Kambodschanische Pfeffer wächst. Vollbeladene LKW und Mopeds fahren auf staubigen Straßen irgendwo hin. Alles wird transportiert, und zwar bis nichts mehr drauf passt. Natürlich auch Menschen, die ganz oben auf der Ladung hocken. Erinnert mich an Indien.

Im Bus sind nur noch wenige Mitfahrer. Unterwegs steigen immer wieder Leute aus. Mit Jenny und mir sind noch Lena aus Hamburg und Jean aus Frankreich als einzige Europäer im Bus. Es dauerte 7 Stunden bis Kratie. Die mitreisenden Einheimischen fand ich nicht sehr freundlich. Als Europäer hat man Mühe seine Beine irgendwie unterzubringen, der Sitz wird trotzdem gnadenlos und ohne Warnung so weit wie möglich nach hinten geklappt. Zum Glück hatte ich zwei Plätze für mich, sonst hätte ich eine Amputation am lebendigen Leib erlebt. Ihren Müll entsorgen sie einfach im Bus. Auch Obstreste werden diskret unter den Sitz geschoben. Am Ziel angekommen, quatschen wir noch ein wenig mit Jean und Lena, dann trennen sich vorerst unsere Wege. Aber nicht um den grandiosen Sonnenuntergang zu bestaunen, den wir gerade noch so mitbekommen haben. Wir schlendern noch durch den Ort und buchen die Delfintour für den nächsten Tag.

 

 Müll statt Delfine 

 

Bei der Mehkong Flussfahrt sind wir auf die Delfine gespannt. Wir haben wir auch einige, die sich aber nicht fotografieren ließen, zu schnell waren sie wieder abgetaucht. Danach  sind noch mit dem Tuktuk zu einem Tempel und Schildkröten-Schutz Ressort. Hier können einheimische junge Schildkröten abgeben, die aufgezogen und wieder in den Mehkong ausgesetzt werden. Ein lukratives Geschäft. Pro Schildkröte gibt es 8 Dollar, da lohnt sich der Verkauf an die Restaurants nicht.
Hier wird auch ein Krokodil wird gefangen gehalten. Das arme Tier muss in einem Minibassin leben unter unmöglichen Bedingungen. Der Tuk-Tuk Fahrer erklärt, dass Reptil würde wieder zurück in dem Mekong gebracht, was wir bezweifeln das. Er bemerkt unsere Entrüstung und die Nicht-Bereitschaft Fotos zu machen. Die Gleichgültigkeit und das Unverständnis kann er nicht verbergen.

Ein echtes Problem stellt der unglaubliche Plastikmüll dar. Wo man hinschaut, die Landschaft ist zugemüllt. 70 % der Bevölkerung interessiert sich nicht für Müllentsorgung, damit verschandeln sie ihr eigenes Land.

Abends haben wir noch einmal ein herrlicher Sonnenuntergang am Mekong in Kratie. Am nächsten Tag wollen wir wieder zurück nach Phnom Penh dann weiter nach Sihanoukville an den Strand. 

 

Wieder nach Phnom Penh

 

Für den Rückweg nehmen wir einen Minivan mit  dem auch die Einheimischen fahren. Wir sind die einzigen Touristen und für 5 Dollar mehr, haben wir sogar das "Glück", uns einen Doppelsitz zu teilen, ohne dass eine zusätzliche Person mit sitzt. Der kleine Bus wird vollgepfropft mit Gepäck, Lebensmitteln und sonstigem Zeug - bis keine Maus mehr reinpasst. Am  ersten Rastplatz sehen wir drei Beos in Gefangenschaft. Diese klugen Vögel sprechen und Pfeifen alles nach was sie hören. Ausnahmsweise mal ein schöner Stopp, allerdings mit einem Getränkedosenberg am Rande.

Dreh- und Angelpunkt für jede Weiterreise ist Phnom Penh. Tatsächlich sind wir bereits nach 4 Stunden wieder in der Metropole am Mekong.

Von hier aus müssen wir wieder mit dem Bus nach Sihanoukville fahren, der wieder mal bis auf den letzten Platz gefüllt ist. Auch hier wieder wenige Europäer. Ich habe allerdings 8 Stunden geschlafen,  dank der Reisepillen von Jenny.

 

 

Jetzt zum Strand - Sihanoukville und Koh Rong

 

Angekommen hat der Tuk-Tuk Fahrer  Schwierigkeiten das Hotel New Hill Paradise in Sihanoukville zu finden. Leider liegt das Hotel sehr hoch oben und abseits der City. Das heißt für uns nach der Ankunft wieder runter laufen und das mach 11 Stunden Busfahrt. Egal, ich fühle mich eh schon, als hätte ich drei Tage lang nicht geduscht. In der Nähe gibt es einige Restaurants, wir wundern uns zuerst über das viele rote Licht, bis und klar wird, dass diese Straße von "Alleinreisenden Herren" bevorzugt wird. Die schleichen in bunten Hemden, Shorts und Sandalen umher oder sitzen mit den zierlichen Khmer Frauen zusammen, die eindeutig ihr Geld mit Prostitution verdienen. Seis drum, wir setzten uns in einem dieser mehr oder minder einladenden Schuppen und das Essen ist erstaunlich gut. Ich hatte ein frisches vegetarisches Curry für 2 Dollar, eine riesige Portion. Der Weg zurück war dann nicht mehr so schlimm.
 

Der Morgen beginnt gut. Frangipani Blüten liegen auf dem Weg, alles wunderschön. Am Mittag fahren wir nach Koh Rong. Das wird spannend. Aber vorher wird noch der Pool getestet. Herrlich! Wir waren ganz allein dort und haben mit der GoPro gespielt. 

Am nächsten Tag ging es zum Jetty nach Koh Ring, allein die Überfahrt war schon ein Erlebnis. Das Meer - endlich - herrlich. Und dann die Ankunft auf der Insel -überwältigend schön. Freundliches Personal empfängt uns.Der Bungalow Ist keine 50 Meter vom Strand entfernt. Der Sand ist weiß und fein wie Puderzucker und quietscht beim laufen. Fische springen aus dem Wasser. Ein echter Traum. Die Bungalows einfach aber echt geschmackvoll. Wir sind im Paradies und das heißt Sok San Resort.
 

Abendessen - richtig gut hier!! Ich hatte eine Peperoni Pizza (ohne Reis oder Nudeln!) mit echtem Käse. Jenny hatte Pad Thai, das sich wohlig in eine Eihülle gekuschelt hat. Schmeckte auch wirklich gut. Dazu ein kühler Weißwein. Am Meer sitzen und die Wellen rauschen. Geht's noch besser? Unser Bungalow ist zwar klein aber komfortabel. Mit Aircondition und Fan. Alles was man braucht

 

 

Strand, Meer - Paradies

 

Wunderschöner Strand, blauer Himmel. Pudersand. Lebe ich tatsächlich noch? Ein herrlicher Sonnenuntergang obendrein. Die Belohnung heute Abend: gutes Essen, vielleicht ein Cocktail? 

Am nächsten Abend versuchen wir mal ein Restaurant außerhalb des Resorts. Die Aussicht ebenfalls toll mit Blick aufs Meer. Chillige Dub und Reggae Musik hat mir gut gefallen. Die Cocktails günstig und gut, das Essen ebenfalls aber kein Vergleich zum Hotelrestaurant. Dann lieber 9 statt 3 Dollar aber mit Genuss.

 

Am nächsten Tag haben wir schön am Strand gefaulenzt und am Nachmittag eine Schnorcheltour gemacht. Raus mit dem Boot und ab ins Wasser. Es gab Fische, aber allzu viel haben wir nicht sehen können. Das stürmische Wetter vor zwei Tagen hat das Meer sehr aufgewühlt. War trotzdem sehr schön. Momentan vermissen wir keine Action. Hier ist die Welt noch im Döschen.

 

Faulenzen halten wir nicht lange aus und buchen eine coole Kajaktour auf einem von Mangroven gesäumten Fluss. Wir haben Kingfisher, weiße Reiher und andere Vögel gesehen. Ein Highlight unserer Tour war der Hornbill. Claude, unser Guide, hat uns erzählt, dass hier die populäre "Survivor" Sendung gedreht wird, ähnlich wie Dschungelcamp. Die Producer wohnen während des Drehs in unserer Unterkunft. Der Rest des Tages war abhängen am Strand angesagt.

 

Die letzten Tage auf der Insel brechen an, wir wollen es genießen. Und ich versuche mich im Wasserski! War leider nicht so erfolgreich. Ich habe es fast geschafft. Bin aber nicht aus dem Wasser gekommen. Es fühlte sich bei jedem Versuch so an, als würde ich es schaffen. Leider nein. Dafür tat mir am nächsten Tag alles weh und ich eiere wie eine alte Frau.
Hat aber trotzdem Spaß gemacht. Das letzte tolle Abendessen im Restaurant.  Es sind deutlich mehr Gäste waren zum Abendessen dort, Weihnachten steht bevor und wir reisen weiter.
 

Zurück nach Sihanoukville und weiter nach Vietnam

 

Die Vertreibung aus dem Paradies. So kam es uns am letzten Tag vor. Wir haben dem tolle Sok Son Resort den Rücken kehren müssen. Eine ziemlich ungemütliche Überfahrt bis Sihanoukville hat uns ordentlich durchgeschüttelt. Wir haben Zeit bis zum Abend, denn wir wollen den Nachtbus nach Ho Chi Minh nehmen.
Also hängen wir hier herum, etwas abseits vom trubeligen Backpaper Beach, Serendipity, kuscheln wir uns in bequeme Stühle, schlafen und schauen ab und zu aufs Meer.
Begleitet von 70er Jahre Musik. Pete Seegers und Steve Miller lassen mich abschweifen, in eine Zeit, in der noch alles vor mir lag. Take the Money and run... Der Nachtbus nach Ho chi Minh City wird mich vermutlich wieder in die Realität zurück bringen. Erst um 7:30 fährt er los. Keiner weiß genau, wann wir in Vietnam ankommen. Ich fürchte, es wird viele Stunden dauern. Ich werde mich mit einschläfernden Tabletten ins Halbkoma befördern. Keep on rockin me Baby singt der Steve. Morgen ist Heiligabend. 
 

Der Vorhof zur Hölle - mit dem Nachtbus unterwegs 

 

Wenn das eine die Vertreibung aus dem Paradies war, ist das hier der Vorhof zur Hölle. Der Ticketverkäufer hat uns erzählt, der Bus würde direkt in Richtung Osten über die vietnamesische Grenze und von dort aus weiter südlich nach Ho Chi Minh Stadt fahren, vage standen Ca. 8 Stunden im Raum. Die nette Bedienung im Restaurant schaute uns schon erstaunt an, als wir das erzählten. Sie meinte, jeder Bus fährt über Phnom Penh und von dort aus weiter. Unsere Zuversicht schwand noch mehr, als wir den Mann in seiner undefinierbaren Uniform am Busbahnhof sitzen sahen. Ich schätze, ihm gehört die komplette Busgesellschaft. Mit wichtigtuerischer Miene drückte er belangloses Zeug in sein Mobilphone. Neben sich ein weiteres rotes! Mobile. Beim ersten Ton ging er ran um Anweisungen entgegen zu nehmen. Als Jenny ihn dann fragte, wie der Bus fährt und wann er in Ho Chi Minh ankäme, hatte er seinen Einsatz. Über Phnom Penh in 16!! Stunden. Das saß. Ich hab schon eine gewisse Panik verspürt.

 

 

Der Nachtbus nach "Vietnam" 

 

Unserer beiden Schlafplätze sind "oben". Die Bettlänge misst Ca. 1,75 m. Wir liegen also fest verkeilt von der Fontanelle bis zum großen Onkel. Die Breite Ca. 1,20 m. Nicht gerade Luxus, Ausgestattet mit Flauschi Decken und Micky Maus Aufdruck. Zum Glück haben wir unsere Schlafsäcke. eingerichtet und im guten Glauben, wir sind morgen früh in Vietnam sind wir sogar eingeschlafen. Was nicht so einfach war, denn wir würden mit Techno und Rave beschallt, das mit 120 upm direkt in die Synapsen geknallt ist. Irgendwie ging es doch. Bis wir um ca. 00:30 unsanft mit einem "The Bus is broken" Ruf geweckt wurden.


Wir sollten den Bus wechseln. Es stellte sich allerdings heraus, dass der Bus ohnehin nicht weiter fährt und wir bis zum nächsten Morgen um 6:30 warten sollten. Angeblich gäbe es keinen Nachtbus der bis Ho Chi Minh durchfährt. Wir alle haben aber unsere Tickets genau so gekauft. Jetzt standen wir mit Gepäck irgendwo in Phnom Penh wie gestrandete Wale und redeten auf den Busfahrer ein, der das von vornherein wusste. Also lasst Euch nicht übers Ohr hauen! Der Bus fährt immer über Phnom Penh 

 


 

Zehn Backpacker die nicht weiter wissen. Die Diskussion brachte insofern den Erfolg, dass man uns anbot, in den Räumen der Company zu übernachten. Dort standen einfache Etagenbetten. Wir hatten alternativ die Wahl, uns für ein paar Stunden ein eigenes Hotel zu suchen oder auf der Straße stehen zu bleiben. Also haben wir es uns alle so bequem wie möglich gemacht und die Nacht in diesem Raum verbracht. Am nächsten Morgen sitzen wir tatsächlich in einem Bus der uns nach Ho Chi Minh bringen soll. Am Heiligabend. Ho ho ho. Der Bus ist recht bequem und wir sind jetzt wieder froh, nicht in rollenden Erdmöbeln liegen zu müssen. Die Grenze haben wir 4 Stunden später erreicht.
Good Morning Vietnam. Irgendwie ist Asien wie Berlin. Letztendlich klappt es doch noch. Unsere kanadischen Mitfahrer haben kein Visum bekommen und dürfen nicht einreisen. Was sie nun tun werden wissen wir nicht. Wir sind jedenfalls irgendwann endlich im Hotel. Ich kann es kaum glauben. Wasser, Shampoo und Duschgel sind das größte!

 

Jetzt sind wir auf Vietnam gespannt.

 

Hier gehts zum Blog--> Laos am Puls des Mekong

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